{"id":11303,"date":"2024-03-22T15:13:00","date_gmt":"2024-03-22T15:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.envirosustain.com\/de\/?post_type=unsere-geschichten&#038;p=11303"},"modified":"2024-07-29T17:16:02","modified_gmt":"2024-07-29T17:16:02","slug":"management-physischer-klimarisiken","status":"publish","type":"unsere-geschichten","link":"https:\/\/www.envirosustain.com\/de\/unsere-geschichten\/management-physischer-klimarisiken\/","title":{"rendered":"Management physischer Klimarisiken"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend viele Unternehmen bereits umfangreiche Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Auswirkungen des Klimawandels so weit wie m\u00f6glich zu minimieren, geh\u00f6rt auch zur Wahrheit, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen in naher und ferner Zukunft unausweichlich sein werden. Dies macht sich in weiten Teilen Deutschlands bereits durch eine Zunahme von Extremwetterereignissen wie der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021, zahlreichen hei\u00dfen Sommern in den letzten Jahren oder dem Dauerregen und Hochwasser zu Beginn dieses Jahres bemerkbar. Unternehmen sollten sich deshalb so fr\u00fch wie m\u00f6glich mit Gefahren, die durch den Klimawandel und die einhergehende Zunahme an<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Extremwetterereignissen beispielsweise an ihren Produktionsstandorten entstehen k\u00f6nnen, besch\u00e4ftigen.<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Physische Klimarisiken<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Unternehmenskontext wird zwischen physischen Risiken, d. h. Risiken, die sich aus Klimagefahren ergeben, wie z. B. Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden durch Starkregen, und transitorischen Klimarisiken unterschieden. Transitorische Risiken ergeben sich aus der Klimapolitik und der schrittweisen Dekarbonisierung der Wirtschaft. Ein Beispiel f\u00fcr transitorische Risiken sind h\u00f6here Kosten infolge der Versch\u00e4rfung des Emissionshandels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die durch die Richtlinie \u00fcber die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) und die EU-Taxonomie eingef\u00fchrten Berichtspflichten bedeuten, dass viele in der EU ans\u00e4ssige Unternehmen ihre physischen Klimarisiken angehen und systematisch verwalten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt hat im August 2023 einen Bericht \u00fcber das Thema \u201e<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/publikationen\/physische-klimarisiken-managen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">physische Klimarisiken managen<\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht, in dem beschrieben wird, wie sich Unternehmen auf\u00a0 Klimarisiken wie extreme Wetterereignisse, D\u00fcrren oder den Anstieg des Meeresspiegels einstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fassen f\u00fcr Sie die zentralen Punkte des Berichts zusammen und verschaffen Ihnen somit einen \u00dcberblick \u00fcber die Frage, wie Sie und ihr Unternehmen sich bestm\u00f6glich auf Klimarisiken vorbereiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ermittlung von Klimarisiken anhand des geografischen Standorts<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach geografischem Standort m\u00fcssen sich Unternehmen auf unterschiedliche klimabedingte Ver\u00e4nderungen einstellen. So wird laut Klimaszenarien an den K\u00fcsten Deutschlands mit einer Zunahme von Starkregenereignissen gerechnet, w\u00e4hrend in den trockensten Regionen Ostdeutschlands mit einer Zunahme von Starkregen und Hitze zu rechnen ist. Extreme Wetterereignisse sind vor allem im Osten und S\u00fcdwesten Deutschlands zu erwarten, weshalb diese Regionen auch als &#8220;klimatische Hotspots&#8221; bezeichnet werden. Es ist wichtig, bei der Identifizierung von Risiken die Lage der Standorte zu ber\u00fccksichtigen und Pl\u00e4ne f\u00fcr jeden Standort zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Durchf\u00fchrung einer Klimarisikoanalyse<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Prozess kann dazu beitragen, Standorte und Systeme zu identifizieren, die gegenw\u00e4rtig und in Zukunft Gef\u00e4hrdungen durch Klimagefahren f\u00fcr das Unternehmen bedeuten, sowie das Ausma\u00df zu erkennen, in dem jede dieser Gefahren in einem Worst- Case-Klimaszenario negative Auswirkungen auf den jeweiligen Standort haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt skizziert sechs Schritte, die Unternehmen bei der Erstellung eines solchen Berichts befolgen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die grundlegenden Schritte, die ein Unternehmen zur Durchf\u00fchrung einer Klimarisikoanalyseunternehmen kann, sind die folgenden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Bestimmung der zu untersuchenden Objekte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Klimarisikoanalyse muss f\u00fcr JEDEN Standort des Unternehmens durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Daher m\u00fcssen die verschiedenen Standorte, gegebenenfalls einschlie\u00dflich der Zulieferer und Lieferketten, ermittelt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Bestimmung der Systemelemente<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Standorte eines jeden Unternehmens bestehen aus entsprechenden Systemelementen wie Lagern oder Mitarbeitern, die in unterschiedlichem Ma\u00dfe von Klimarisiken betroffen sind. Diese Systemelemente m\u00fcssen in einem ersten Schritt vor der Durchf\u00fchrung der Klimarisikoanalyse zus\u00e4tzlich zu den Standorten des Unternehmens identifiziert werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Bestimmung des Zeithorizonts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Um Taxonomiekonformit\u00e4t zu erreichen, m\u00fcssen Klimarisikoanalysen in der Regel sowohl f\u00fcr aktuelle (bis zu 10 Jahre) als auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige (ab 10 Jahre) Klimagefahren durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.\/5. Ermittlung von potenziell relevanten Klimagefahren und Zusammenstellung von<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Informationen \u00fcber Klimagefahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Verschiedene Informationsquellen k\u00f6nnen genutzt werden, um Klimarisiken zu identifizieren, z. B. Daten des Deutschen Wetterdienstes, kommunale Klimarisikoanalysen von St\u00e4dten oder spezifische Risikoberichte z.B. von Ministerien.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Identifizierung und Bewertung der physischen Klimarisiken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nach dem Zusammentragen aller wichtigen Informationen wird ausgehend von einem Worst-Case-Szenario an Klimarisiken abgesch\u00e4tzt, inwieweit ein negativer Einfluss auf die Standorte oder Systemelemente des Unternehmens entstehen k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr jedes Element m\u00fcssen die entsprechenden Klimarisiken analysiert, der Zeithorizont festgelegt und Sensitivit\u00e4ten sowie Interdependenzen zwischen den Systemelementen ermittelt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Sowohl die Vorbereitung als auch die endg\u00fcltige Erstellung eines Klimarisikoberichts ist ein partizipativer Prozess, an dem mehrere interne und externe Experten beteiligt sein m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine detaillierte Beschreibung der Erstellung einer Klimarisiko- und Vulnerabilit\u00e4tsanalyse finden Sie auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/factsheet_durchfuehrung_einer_robusten_klimarisiko-_und_vulnerabilitaetsanalyse_nach_eu_taxonomie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website des Umweltbundesamtes.<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Festlegung von Anpassungsma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Ihre Klimarisikoanalyse Elemente des Unternehmens identifiziert, die erheblichen physischen Klimarisiken ausgesetzt sind, m\u00fcssen technische und organisatorische Gegenma\u00dfnahmen ergriffen werden. Die EU-Taxonomie verlangt zum Beispiel die Festlegung von Anpassungsma\u00dfnahmen, um die wichtigsten physischen Klimarisiken deutlich zu reduzieren. Dabei ist zu beachten, dass der Anpassungsplan die Klimaresilienz anderer Akteure und \u00d6kosysteme nicht beeintr\u00e4chtigen darf und sich nicht negativ auf den Klimaschutz auswirken darf.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Festlegung von Anpassungsma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorstand und der Aufsichtsrat bzw. die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung m\u00fcssen die Klimarisiken des Unternehmens angemessen \u00fcberwachen. Dies kann dadurch geschehen, dass das Thema regelm\u00e4\u00dfig als Punkt auf der Risikomanagement-Agenda behandelt wird. Auch unterhalb der F\u00fchrungsebene m\u00fcssen die Verantwortlichkeiten explizit festgelegt werden. Standort- und Klimarisikoanalysen m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden, und klimabezogene Risiken m\u00fcssen ab diesem Jahr auch extern gem\u00e4\u00df der CSRD berichtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend viele Unternehmen bereits umfangreiche Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Auswirkungen des Klimawandels so weit wie m\u00f6glich zu minimieren, geh\u00f6rt auch zur Wahrheit, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen in naher und ferner Zukunft unausweichlich sein werden. 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